Video Blog: Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Alentejo (1)

In dieser Folge der Weinreize-Weinreise besuchen wir das portugiesische Alentejo. Vom Weingut Adega Mayor an der spanischen Grenze besuchen wir die ehemalige Garnisonsstadt Elvas mit ihren mächtigen Befestigungsanlagen. Weiter geht in die historisch bedeutsamen Städte Arraiolos und Evora.
Wir beschließen diese Weinreise im Weingut Herdade dos Grous unweit der Stadt Béja.

 

Weitere Folgen:

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Einführung Alentejo

Das Wort Alentejo heißt auf Deutsch „Jenseits des Tejo“, also jenes Flusses, der von Madrid kommend die iberische Halbinsel durchquert und nahe Lissabon in den Atlantik mündet. Das Gebiet ist nur spärlich besiedelt. Lediglich 7,6% der Portugiesen wohnen in dieser strukturschwachen Region, die ein Drittel des kontinentalen Portugals ausmacht. Der Alentejo ist das Hauptanbaugebiet der Korkeichen. Die lichtbedürftigen und wärmeliebenden Bäume bilden die Heimat für mehrere vom Aussterben bedrohte Tierarten wie den Pardelluchs und den spanischen Kaiseradler.

Adega Mayor

Rui Nabeiro, der Gründer des Weinguts Adega Mayor, ist eigentlich bekannt als Inhaber von Delta Cafés, einer bekannten portugiesischen Kaffeemarke. So verwundert es nicht, dass man zunächst eine Kaffeefabrik passieren muss, um zum Weingut zu gelangen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Wein neben Kaffee Nabeiros zweite Leidenschaft ist. Im Jahr 2002 begann der Unternehmer auf 65 Hektar vor allem Touriga Nacional und Verdelho anzubauen. 2007 setzte er dem Weinbau geradezu ein Denkmal mit dem markanten Kellereigebäude des portugiesischen Stararchitekten Álvaro Siza Vieira. In dem großzügigen, komplett oberirdischen Gebäude herrschen das ganze Jahr konstante Temperaturen um 18°C. Während das großzügig angelegte Fasslager im Erdgeschoss Platz für große Weinevents bietet, finden im Obergeschoss Weinverkostungen und -präsentationen statt. Die Wasserfläche auf dem Dach ist nicht nur Dekoration, sie dient auch der Kühlung.

Vor allem die Weine der Linie „Reserva do Comendador“ sind sehr bekannt und preisgekrönt.

Elvas

Das Grenzstädtchen Elvas befindet sich auf einem markanten Hügel im Südosten der Provinz Portalegre. Ihr zentraler Platz Praça da República wird dominiert von der sehr massig wirkenden Kathedrale Nossa Senhora d’Assunçao aus dem 16. Jahrhundert. Im Inneren des dreischiffigen Gotteshauses ist vor allem der marmorverkleidete Chor sehenswert.

In unmittelbarer Nähe befindet sich der Largo Santa Clara mit dem aus dem 10. Jahrhundert stammenden Arco dos Santos und dem Pelourinho, zu deutsch Pranger, einer achteckigen Marmorsäule aus dem 16. Jahrhundert. Nur einen Kilometer nördlich von Elvas liegt die Festung Nossa Senhora da Graça. Die Anlage ist Teil der Garnisons-Grenzstadt Elvas und ihrer Befestigungsanlagen, die am 30. Juni 2012 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Elvas hatte während des portugiesischen Restaurationskrieges, in dessen Folge Portugal die Unabhängigkeit von Spanien wiedererlangte, eine große strategische Bedeutung. Im siebenjährigen Krieg wurde die Festung von Graf Wilhelm Friedrich Ernst zu Schaumburg-Lippe nach dem Vorbild der Festung Wilhelmstein im Steinhuder Meer angelegt und trotzte seitdem jedweden Angriffen.

Erst 2014 wurde die Festung umfassend saniert und lädt Besucher ein, sie ausgiebig zu erkunden.

Arraiolos

Ungefähr eine Autostunde liegt das ca. 3.400 Einwohner zählende Städtchen Arraiolos von Elvas entfernt. Der Ort, welcher vor allem für seine Teppiche bekannt ist, liegt auf einem Hügel inmitten der fruchtbarsten Regionen des Alentejos und wird von einer Kastellrunine aus dem 14. Jahrhundert überragt.
Nahe dem Bergfried der Burgruine befindet sich die manieristisch-barocke Wallfahrtskirche Igreja Nossa Senhora do Castelo, von der aus man durch schmale Gässchen zurück in die Stadt wandern kann. Ganz in der Nähe liegt der Convento de Loios, eine ehemalige Klosteranlage aus dem 16. Jahrhundert, die heute als Hotel genutzt wird. Im Kreuzgang sind einige der Wollteppiche zu sehen, für die Arraiolos weltberühmt ist. Die angrenzende Kapelle ist reichhaltig geschmückt mit Azulejos, handbemalten Fliesen aus dem Jahr 1710, die biblische Darstellungen zeigen, sowie einem üppig verzierten Gewölbe.

Évora

Évora gilt dank ihrer zahlreichen großartigen Sehenswürdigkeiten zu den bedeutendsten Stätten portugiesischer Kultur.

In ihrem Zentrum steht die imposante Kathedrale Largo do Marquês de Marialva. Mit ihrem Bau wurde 1186 begonnen, allerdings wurde die Kathedrale erst 1300 vollendet. Markant sind die zwei ungleichen Fassadentürme, die den Besucher schon von weitem grüßen. Der Bau zeigt Stilelemente der Frühgotik und der späten Romanik.
Im Inneren fällt der Kontrast zwischen den eher schlichten Langhauswänden und dem barocken Chor auf. Vom Kreuzgang, der sich an das Seitenschiff anschließt, führen Wendeltreppen auf eine Dachterrasse von der sich ein schöner Blick auf die Stadt und ihre Umgebung sowie auf den Vierungsturm bietet.

Herdade dos Grous

Olivenhaine, Korkeichenwälder und Weinberge soweit das Auge reicht und darin liegen die weißen Dörfer und Landgüter des südlichen Alentejo nahe der Stadt Beja. Eins dieser Landgüter ist die Herdade dos Grous zu Deutsch: „Landgut der Kraniche“. Die Herdade gehört zu einer deutschen Hotelgruppe und erstreckt sich auf einer Fläche von über 700 Hektar. Im Zentrum der Anlage liegt ein 98 Hektar großer Stausee, sowie Weinfelder und Olivenhaine. Das Gut ist ein wahrer Multibetrieb: Neben Hotellerie betreibt man dort Pferdezucht, Olivenanbau, Bio-Landbau und auch erstklassige und preisgekrönte Spitzenweine kommen hierher. Bereits 1987 wurden die ersten Reben der vorherrschenden Sorten Aragonez und Trincadera gesetzt. Sie bieten Potenzial für herausragende Weine. Grund dafür sind die Böden, die aus Kalk, Lehm und Sand bestehen und mit Magnesium durchzogen sind. Wie kaum ein anderes Weingut Portugals repräsentieren die Herdade dos Grous und Önologe Luis Duarte die in Portugal herrschende Aufbruchsstimmung im Weinanbau.

Ein schöner Ort zum Genießen und entspannen.