Video Blog: Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Lisboa und Setúbal

Wir beginnen unsere Tour nördlich der Hauptstadt Portugals und besuchen zwei Weingüter im Bereich Alenquer. Danach geht es zum westlichsten Punkt des europäischen Festlands, dem Cabo da Roca und der dortigen DOC Colares. Wir besuchen das Weltkulturerbe in Sintra und dann erreichen wir das Zentrum der Region, die Metropole Lissabon. Unsere Reise endet in der benachbarten Weinregion auf der Halbinsel Setúbal im berühmten Weingut José Maria Da Fonseca.

 

Weitere Folgen:

Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Folge 35: Alentejo (1)
Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Folge 34: Lisboa und Setúbal
Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Folge 33: Douro
Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Folge 32: Rías Baixas und Minho
Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Folge 31: Baskenland
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Weinregion Lisboa

Im äußersten Westen Portugals unmittelbar nördlich von Lissabon befindet sich auf einem rund 150 km lange und 30 km breiten Streifen entlang der Atlantikküste die Weinregion Estremadura, die seit 2009 den Namen Indicacao Geografica Lisboa trägt.
Mit neun DOCs und den vielen Vinho-Regional-Weinen zählt diese abwechslungsreiche Region zu den wichtigsten Anbaugebieten des Landes. Dies ist unter anderem auch auf die hier erreichten Produktionsmengen zurückzuführen.
Auf über 30.000 ha Rebfläche werden vor allem die roten Sorten Aragonez, Baga, Castelao, Touriga Nacional und Trincadeira angebaut. Bei den weißen Sorten führen Arinto, Fernao Pires und Malvasia.
Dank der Investitionen in gesteigerte Produktionsqualitäten und Kellerausstattungen zählt die Estremadura heute zu den portugiesischen Anbaugebieten mit hohem Zukunftspotenzial und dem besten Preis-Geschmacks-Verhältnis der hier erzeugten Weine.

Quinta da Chocapalha

Das erste Weingut, das wir auf unserer Reise besuchen ist die Quinta da Chocapalha, die sich rund eine Stunde Fahrzeit nördlich der Hauptstadt am Rande des Dorfes Merceana in der DOC Alenquer befindet.
Das Weingut der Familie Tavares da Silva bewirtschaftet eine Rebfläche von rund 45 ha und füllt seit dem Jahr 2000 mit großem Erfolg eigene Weine ab. Unter anderem durch die Arbeit der Tochter Sandra, die als Önologin bereits im Dourogebiet erfolgreich war, hat sich das Weingut einen Spitzenplatz unter den Winzern von Alenquer erarbeitet.
Besonders zu erwähnen sind hier die Reserva Branco und die Reserva Tinto.

Casa Santos Lima

Weiter geht es zum benachbart liegenden Hauptsitz des Weinunternehmens Casa Santos Lima – dem größten Produzenten von „Vinho Regional Lisboa“ und „DOC Alenquer“-Weinen.
Der seit dem 19. Jahrhundert familiengeführte Betrieb besitzt neben seinen hiesigen Weinbergen auch Weingüter in den Regionen Algarve, Alentejo, Douro und im Bereich Vinhos Verdes. Insgesamt werden auf rund 400 ha Weinbergflächen Weine angebaut. Interessanterweise gehen rund 90 % der erzeugten Weine direkt in den Export und tauchen somit auf dem portugiesischen Markt nicht auf.
In den letzten Jahren war Casa Santos Lima eines der am häufigsten mit großen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichneten portugiesischen Weingüter überhaupt.
Bei einer spontanen und überraschend ausführlichen Führung haben wir die Gelegenheit, einen umfassenden Überblick über die außergewöhnliche Vielfalt der produzierten Weine zu erhalten.
Bei einem Besuch der sehr modernen Kellerräumlichkeiten werden uns viele Details der sehr professionellen und hochentwickelten Weinbereitungsmethoden erklärt. Viele der traditionellen portugiesischen Besonderheiten bei der Weinbereitung wurden hier von Grund auf neu aufgegriffen und technologisch weiterentwickelt.
Wir waren überrascht, mit welcher Freundlichkeit und Zuwendung man uns empfing – etwas, was für solch große Betriebe oft nicht selbstverständlich ist.

Cabo da Roca

Nach diesem önologischen Highlight führt uns unser Weg zum westlichsten Punkt des europäischen Festlandes – dem Cabo da Roca.
Das rund 40 km westlich von Lissabon in der Gemeinde Colares gelegene Kap, an dem nach den Worten des portugiesischen Nationaldichters Luis de Camoes „… die Erde endet und das Meer beginnt…“, ist ein beliebter Ausflugsort und erhebt sich auf einem 140 m hohen bizarr zerklüfteten und steilen Granitplateau am Atlantik.
Ein charakteristischer Leuchtturm markiert die für die Schifffahrt gefährlichen Fahrwasser vor dem dramatischen Küstenabschnitt. Von hier hat man überwältigende Ausblicke auf das Meer und die Felswände – ein Ort buchstäblich am Ende der Welt.

Casal Santa Maria (Colares)

In Colares befindet sich auch ein traditionsreiches Weinbaugebiet, dessen Besonderheit neben der westlichsten Lage in Europa, die sandigen Böden sind, die die örtlichen Weinstöcke vor der Reblauskatastrophe bewahrt haben, sodass diese hier immer noch wurzelecht wachsen können.
Hier besuchen wir das Weingut Casal Santa Maria, welches seinen Sitz in traditionsreichen Gebäuden aus dem frühen 18. Jahrhundert hat. Eine Seltenheit, denn das große Erdbeben im Jahr 1755 zerstörte in dieser Gegend fast alles, was der Mensch mühsam aufgebaut hatte.
Den heutigen Betrieb hat der ursprünglich aus dem Baltikum eingewanderte, deutschtämmige Baron Bodo von Bruemmer im Jahr 2006 gegründet.
Dabei setzte dieser auf die portugiesischen Rebsorten, die mit dem speziellen Klima und den sandigen Böden in Colares am besten zurechtkommen: Malvasia de Colares, Arinto und Touriga Nacional. Außerdem wählte er internationale Sorten wie Chardonnay, Sauvignon Blanc und Riesling aus, denen die von starken Nordwinden und salzigen Nebelschwaden geprägten Wettereinflüsse eine besondere Ausprägung verleihen.

Sintra

Von hier aus ist es nicht weit zur kleinen Stadt Sintra, die mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie dem Palacio Nacional de Sintra und dem Palacio Nacional da Pena zu den von der UNESCO geschützten Kulturlandschaften der Welt gehört.
Zentrum des Ortes ist der berühmte Palacio Nacional de Sintra mit seinen charakteristischen Küchenschornsteinen und mit im manuelinischen Stil geschmückten Fassaden. Der Plast wurde bereits im 10. Jahrhundert als maurischer Alcazar erwähnt und diente in der Zeit vom 14. bis 20. Jahrhundert als Sommerresidenz des portugiesischen Königshauses.
Daneben prägen prächtige Gebäude aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert das geschlossene Ortsbild, das eine einmalige und harmonische Symbiose mit der hügligen Umgebung eingeht. Es stellt ein Gesamtkunstwerk aus Architektur und Natur dar.

Torre de Belém

Wir nähern uns der Metropole Lissabon am weiten Mündungstrichter des Flusses Tejo und passieren dabei eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt – und wahrscheinlich auch Portugals: den Torre de Belém.
Als Leuchtturm und Sinnbild für die Glanzzeit Portugals als Seefahrer- und Handelsnation lies König Manuel I. das Bauwerk zwischen 1515 und 1521 auf einem Felsen im Fluss errichten.
Heute gehört der Turm mit dem benachbarten Hieronymuskloster zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Lissabon

Die portugiesische Hauptstadt empfängt uns an der prächtigen Praca do Comercio, die den bühnenhaften Zugang zum Geschäftszentrum der unteren Altstadt Lissabons – der Baixa – darstellt.
Hier befindet sich der berühmte Elevador de Santa Justa, eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt, der im Jahr 1902 als Verbindung des unteren Stadtteils mit der hochgelegenen Altstadt, dem Chiado-Viertel errichtet wurde.
Die durch Hügel und steile Straßenfluchten geprägte Stadt bietet in ihrem Kern viele reizvolle Aus- und Durchblicke. Die Anlage von Standseilbahnen erleichterte den Bewohnern die Erschließung der verwinkelten Wohnviertel.
Heute sind die alten Kabelbahnen vor allem beliebte Fotomotive für die zahlreichen Touristen, denen Lissabon besonders in den letzten Jahren eine besondere wirtschaftliche, kulturelle sowie gastronomische Entwicklung zu verdanken hat.

Weinregion Setúbal und José Maria Da Fonseca

Zum Abschluss unserer Reise machen wir noch einen Abstecher in die südlich des Tejo gelegene Weinregion auf der Halbinsel Setúbal. Diese ist seit 1834 eng mit dem Namen der Familie Fonseca verbunden.
Unser Ziel ist deren prächtig mit Azulejos – portugiesischen Wandkacheln – geschmücktes Weingut im Weinort Azeitao. Bekannt ist das Gut für den Moscatel de Setúbal, einem Dessertwein, der neben Portwein und Madeira der dritte bekannte fortifizierte Süßwein Portugals ist.
Ihn kennzeichnen eine dunkelgelbe, hellorange bis cognacfarbene Tönung, ein reiches Aromenspektrum sowie eine angenehme, nie aufdringliche Süße.
Mit diesen vielfältigen Eindrücken im Gepäck beenden wir unsere Reise durch den Westen Portugals.