Video Blog: Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Rías Baixas und Minho

Wir starten diese Weinreise im Pilgerstädtchen Santiago de Compostela. Dann besuchen wir zwei Weingüter des Anbaugebiets Rías Baixas und die nahe gelegene malerische Stadt Pontevedra. Weiter südlich erreichen wir Portugal, wo wir die Heimat des bekannten Vinho Verde erkunden. Die Reise endet schließlich in der so genannten Wiege Portugals, Guimarães.

 

Weitere Folgen:

Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Folge 35: Alentejo (1)
Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Folge 34: Lisboa und Setúbal
Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Folge 33: Douro
Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Folge 32: Rías Baixas und Minho
Die virtuelle Weinreize-Weinreise - Folge 31: Baskenland
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Santiago de Compostela

Santiago de Compostela ist die Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Galicien und hat ca. 100.000 Einwohner. Die Stadt wurde bereits 830 zum Wallfahrtsort ernannt, als man dort gefundene Gebeine dem Apostel Jakob zuschrieb. Somit wurde Santiago neben Rom und Jerusalem zu den bedeutendsten Pilgerzielen des Mittelalters. Noch heutzutage treffen jährlich zirka 200.000 Pilger aus ganz Europa über den Jakobsweg in der Stadt ein.
Dominiert wird Santiago von der mächtigen Kathedrale aus dem 11. und 12. Jahrhundert, deren Hauptaltar über der Grabstätte des heiligen Jakobus errichtet wurde und der mit einem eindrucksvollen vergoldeten Baldachin geschmückt ist.
1985 wurde die Santiago de Compostela zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Pazo de Señorans

Von dort besuchen wir das zirka 50 Kilometer südwestlich gelegene Weingut Pazo de Señorans . Es liegt inmitten des Weibaugebiets Rías Baixas, das nach vier bis zu 100 Meter tiefen und 37 Kilometer langen Buchten an der Westküste Galiciens benannt ist. Hier wird auf insgesamt 2.500 Hektar vornehmlich die weiße Rebsorte Albariño angebaut.
In dem Gut aus dem 16. Jahrhundert begannen Marisol Bueno und Javier Mareque im Jahr 1989 ihren gemeinsamen Winzertraum in die Tat umzusetzen. Heute führen die fünf Kinder des Paars das Weingut, das ausschließlich Weine und Destillate der Leitrebsorte Albariño anbietet. Die Weine haben eine elegante Struktur, klare Fruchtaromen und ein hohes Lagerpotenzial.

Attis Bodegas y Viñedos

Im nahe gelegenen Ort Dena in der kleinen Gemeinde Morouzos liegt das nächste Weingut auf unserer Route: Attis Bodegas y Viñedos ist ein familiengeführtes Weingut, das im Jahr 2000 von Robustiano Fariña gegründet wurde. Der erfahrene Winzer erzeugt zusammen mit seinen Söhnen Baldomero und Robustiano junior auf 12,3 Hektar Rebfläche Albariño und – sehr ungewöhnlich für die Region – auch rote Weine aus den authochtonen Sorten Caiño Tinto, Espadeiro oder Sousón.
Der ganze Stolz der Familie ist das moderne Kellergebäude, das im Jahr 2012 eingeweiht wurde. Hier werden die Weine je nach Rebsorte in Stahltanks, Holz- oder Steinfässern ausgebaut.


Bodegas Gerardo Méndez

Nur wenige Minuten entfernt hat das Weingut Gerardo Méndez seinen Sitz. In dem kleinen historischen Gutshaus aus dem 19. Jahrhundert empfängt uns die Tochter des Winzers und präsentiert uns mit dem Albariño do Ferreiro Cepas Vellas eine absolute Rarität, denn der Wein wird aus über 200 Jahre alten Reben erzeugt.
Er reift 12 Monate auf der Feinhefe in Edelstahltanks und wird erst dann auf die Flasche gezogen, bei maximal 8.000 Flaschen Jahresproduktion.
Die Reben dieser außergewöhnlichen Lage befinden sich direkt vor dem Guthaus und gedeihen dort in der ortsüblichen Pergolaerziehung. Hierdurch erhalten sie weniger Sonneneinstrahlung, können länger reifen und werden von der Meeresbrise kühl und trocken gehalten, so dass sie gut vor Krankheiten und Fäulnis geschützt sind.

Pontevedra

Das Zentrum der Provinzhauptstadt Pontevedra präsentiert sich als geschlossene historische Altstadt. Mittelpunkt ist die Plaza Ferrería, die nach Eisenschmieden genannt ist, welche vor langer Zeit unter den charakteristischen Kolonnaden ihrer Arbeit nachgingen.
Die Kirche Virxe Peregrina (jungfräuliche Pilgerin) bildet einen schönen Blickfang im Stadtzentrum und symbolisiert die enge Verbindung der Stadt mit dem Jakobuskult, denn nicht zufällig ähnelt ihr Grundriss einer Jakobsmuschel.
Die Kirche der Schutzpatronin von Pontevedra stammt aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert und ist ein klassisches Beispiel für den prachtvollen portugiesischen Spätbarokstil.

Quinta Ameal

Zirka 100 Kilometer weiter südlich befindet man sich im Weinbaugebiet Minho, der Heimat des Vinho Verde. Hier treffen wir Winzer Pedro Manuel da Cunha Araujo, der auf den 20 Hektar seines Guts Quinta do Ameal Weine aus der Weißweinsorte Loureiro produziert, die so gar nicht wie die bekannten, leichten und spritzigen Vinhos Verdes daherkommen:
Da Cunhas Weine sind allesamt komplex mit animierenden mineralisch-frischen Zitrus- und Apfelnoten, was sie in der Region unverwechselbar macht.

Ponte de Lima

Die Quinta do Ameal grenzt an den Fluss Lima, der einen grünen Vegetationsstreifen in der ansonsten kargen Landschaft ermöglicht, auf dem die Reben der Region gedeihen. Wenige Kilometer flussabwärts gelangt man in das Städtchen Ponte de Lima, das mit einer pittoresken Stadtansicht aufwartet und zu einem Spaziergang über die namensgebende Brücke einlädt.

Viana do Castelo

Wenige Kilometer weiter westlich liegt die ebenso reizvolle Kleinstadt Viana do Castelo, deren Ursprünge im frühen 15. Jahrhundert liegen. Sehenswert ist die Praça da República mit dem gotischen Rathaus und dem markanten dreischaligen Renaissancebrunnen. Der Platz gilt als einer der malerischsten mittelalterlichen Plätze Portugals.

Casal de Ventozela

Weiter südlich besuchen wir das Weingut Casal de Ventozela unweit der Stadt Braga. Hier treffen wir Pedro Cortinhas, der uns von der Geschichte des Guts erzählt: Es wurde 1978 von José Ferreira Cortinhas, dem heutigen Direktor des Unternehmens, erworben. Zunächst verkaufte Casal de Ventozela Fassweine an lokale Großhändler und fokussierte sich erst 2007 auf den Ausbau hochwertiger Qualitätsweine.
Die Weinberge in der unmittelbaren Umgebung liegen gleichsam im Herzen des Vinho Verde. Hier gedeihen die traditionellen Rebsorten wie Loureiro, Arinto und Treixadura auf 27 Hektar Rebfläche, die jedes Jahr mehr als 170.000 Liter Wein ergeben. Etwa 40% der Gesamtproduktion wird exportiert.

Guimarães

Zum Schluss dieser Reise erreichen wir das nahe gelegene Städtchen Guimarães. Die Stadt gilt als „Wiege Portugals“, weil hier mit Alfons I. der erste König Portugals geboren sein soll, weswegen Guimarães die erste Hauptstadt des Landes war.
Sehenswert ist die Altstadt mit Kirche Igreja de Nossa Senhora da Oliveira und dem mittelalterlichen Platz Largo da Oliveira mit dem mittelalterlichen Rathaus und seinen typisch nordportugiesischen Häuschen.
Von hier ist es nicht weit zum Castelo, einer romanischen Burg aus dem 10. Jahrhundert, in welcher der berühmteste Sohn der Stadt, König Alfons I. im Jahr 1109 geboren wurde, welchem man hier auch ein Denkmal errichtet hat.