Wein Blog: Domaine du Chenoy (Belgien)

Domaine du Chenoy (Belgien)

Im Rentenalter Winzer zu werden ist sicherlich ein ungewöhnlicher Einstieg in den Weinbau. Genau das hat Philippe Grafé gemacht, nunmehr Winzer und Miteigentümer der Domaine du Chenoy, heutzutage eines der größten Weingüter Belgiens, nachdem er im Jahr 2001 nach 40 Jahren seinen Posten als Direktor des Weinhandelsunternehmens Grafé-Lecocq aufgegeben hatte.

Während sich die Weinbauhistorie in Belgien bis zu den Römern zurückverfolgen lässt, ist der moderne Weinbau im kleinen Königreich vergleichsweise jung. Erst im Jahr 2004 wurden die ersten geschützten Herkunftsbezeichnungen geschaffen. Sieben sind es in Belgien insgesamt, drei davon liegen in Wallonien.

So gesehen war 2003 der perfekte Zeitpunkt für Grafé die Domaine du Chenoy in der Nähe der wallonischen Hauptstadt Namur zu gründen. Auf zehn Hektar wachsen hier Reben in einem vergleichsweise feuchten Klima. Letzteres setzt naturgemäß den Reben zu, da die Feuchtigkeit sie für Schimmelbefall und Pilzerkrankungen anfällig macht. Auch dafür hatte Grafé eine Lösung: Er setzt ausschließlich auf pilz- und schädlingsresistente Neuzüchtungen deutscher Provenienz. So bilden die Rebsorten Bronner, Cabertin, Helios, Johanniter, Merzling, Regent und Solaris aus den Rebzucht-Instituten Freiburg und Geilweilerhof den Grundstock seiner Produktion.

Um die Reben zu kräftigen, geht Grafé darüber hinaus auch ungewöhnliche Wege: Auffällig sind vergleichsweise große Steine, die er an die Veredelungsstelle gebunden hat. Seine Erklärung: Erze in Steinen erzeugen einen schwachen Magnetismus, welcher die Rebenkräftigt. Auch wenn diese Vorgehensweise nicht ganz schulmäßig zu sein scheint, gibt der Erfolg Grafé recht: Seine unbehandelten Pflanzen sehen kerngesund aus. Was er jedoch nicht beeinflussen kann ist das Wetter, das die Erträge in Wallonien mitunter stark schwanken lässt und damit für die belgischen Winzer stets eine wirtschaftliche Herausforderung darstellt.

Wie aber schmecken die Weine aus den ungewöhnlichen Rebsorten, die bei Grafé zum Einsatz kommen? Pilzwiderstandsfähige Sorten haben die Eigenschaft vergleichsweise neutrale Weine zu ergeben. Dies gilt insbesondere für Bronner und Merzling, während Solaris durchaus würzige Aromen entwickeln kann. In einer ausführlichen Probe zeigen sich in den Weinen mit Namen wie „Combes aux Hérons“ oder „Taille aux Renards“ Noten von grüner Zitrone, frischem Apfel und vegetabile Noten.

Beachtlich und sicherlich auch für den „Massengeschmack“ geeignet ist sein Crémant „Perle de Wallonie“, der aus einer Cuvée von Johanniter (40%), Bronner (30%) und Merzling (30%) besteht.

Grafé verkauft seine Weine ausschließlich in Belgien und dort zu einem großen Teil an die Gastronomie. Sein Gut steht Besuchern nach Voranmeldung offen.


Weitere Informationen:

Domaine du Chenoy

Rue du Chenoy 1b
B-5080 La Bruyère
Belgien

Tel.: +32-(0)81 746742
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» Domaine du Chenoy (externe Website)



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