Wein Blog: Chablis (Frankreich)

Frankreich - Chablis

Das Winzerstädtchen Chablis ist ein ca. 2.300 Einwohner zählender Ort im Norden des Burgund und Zentrum des gleichnamigen Weinbaugebiets. Man betritt das hübsche Städtchen über die markante Porte Noel und flaniert an den Kellern und Verkaufsräumen der zahlreichen Winzer der Region vorbei.

Gegenwärtig verfügt das Weinbaugebiet über 4.870 Hektar Rebfläche. Diese Zahl ist bemerkenswert angesichts der Tatsache, dass das Chablis in den 50er Jahren lediglich 500 Hektar und noch Mitte der 70er Jahre nur 750 Hektar umfasste. Im Laufe der 80er Jahre gelang es dem Chablis, seine Weine zum Inbegriff des anspruchsvollen trockenen Weißweins werden zu lassen, der in idealer Weise die französische Lebensart verkörpert.

Dabei ist der Weinbau im Norden des Burgunds nicht unproblematisch. Die Lagen befinden sich auf der gleichen geografischen Breite wie die Stadt Basel. Damit liegen sie nach Auffassung zahlreicher Experten in einer Grenzlage für die Erzeugung von Qualitätsweinen in Gebieten, die über kein begünstigendes Mikroklima verfügen. Tatsächlich ist kaum ein Weinanbaugebiet derart frostgefährdet wie das Chablis.

Um dem Erfrieren der Reben zu begegnen, werden die Weinberge des Chablis bei Frostgefahr entweder durch Ölöfen beheizt, die man zwischen den Rebzeilen aufstellt, oder die Triebe werden mit Wasser besprüht, so dass sie bei einsetzendem Frost mit einem Eisfilm überzogen werden. Paradoxerweise können die Reben durch diese kalte Schutzschicht überleben, denn sie sorgt im Inneren für einen Iglu-Effekt.

Im Chablis wird nur eine einzige Rebsorte angebaut: Chardonnay. Gemeinsam ist den Weinen eine stahlige Säure, die dem Klima im Norden des Burgunds geschuldet ist. Entstammt der Wein einer anspruchsvolleren Lage, entsteht ein reizvoller Feuersteinduft, für den der Chardonnay dieser Region besonders bekannt ist. Durch verschiedene Ausbaumethoden ist der Chablis jedoch äußerst facettenreich: Wird er im Stahltank ausgebaut, zeigt er sich in einem mineralischen Gewand zu dem die Säure gut harmoniert und für eine lange Haltbarkeit sorgt.

Im Holz ausgebaut wird der Chablis weicher, und die Mineralik tritt in den Hintergrund. In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass der Ausbau in neuen Holzfässern zurückgeht, so dass der Wein selten mit einer stark vanilligen Variante daherkommt.

Das Chablis verfügt über vier geschützte Herkunftsbezeichnungen: Petit Chablis – Dies sind Lagen meist auf den Anhöhen rund um Chablis. Chablis – Diese Lagen haben meist eine Nord- oder Ost-Ausrichtung und sind insbesondere im Hinblick auf das kühle Klima nicht ideal. Premier Cru-Lagen haben eine optimale Süd-Westausrichtung. Sie bringen oft die typischsten Chablis-Weine hervor, die durch Mineralik und Eleganz gekennzeichnet sind. Allerdings wurden die Premier Cru-Lagen in den letzten zwanzig Jahren stark erweitert. Daher ist immer wieder festzustellen, dass manche Lagen eher neutrale Weine hervorbringen. Es lohnt sich also, die Weine vorab zu kosten.

Die Grand Cru-Lagen umfassen insgesamt nur 100 Hektar. Sie bringen die Charakteristik des Chablis am intensivsten zum Ausdruck, jedoch auch sie sind von einer eher kühlen Stilistik geprägt und unterscheiden sich damit erheblich von Chardonnays anderer Gebiete wie zum Beispiel der Côte de Beaune. Erfreulich ist jedoch, dass sich selbst Grand Crus der Region auf einem preislich sehr erschwinglichen Niveau bewegen.

Den bekannten Feuersteinduft erhält der Chablis durch den so genannten Kimmeridge-Kalk, der in den Premier und Grand Cru-Lagen anzutreffen ist. Die Reben des Petit Chablis hingegen wachsen auf Portland-Kalk, der nächst jüngeren Kalkschicht.

Ausgewählte Winzer der Region:

Domaine William Fèvre

Domaine Laroche

Domaine Christophe Camu

Video: Die virtuelle Weinreize-Weinreise

Die virtuelle Weinreize-Weinreise (Folge 12: Chablis)


Weitere Informationen:

Office de Tourisme du Pays Chablisien

Rue du Maréchal de Lattre de Tassigny
F-89800 Chablis

Tel.: +33 (0)3 86 42 80 80

» Office de Tourisme du Pays Chablisien (externe Website)